St. Gallen Centrum

Was sagen uns die Glasfenster der Kirche St. Mangen?

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Südschiff
2. Teil
Wir setzen in diesem zweiten Teil die Beschreibung der im Jahre 1990 von Kunstmaler Alfred Kobel in Zusammenarbeit mit Albin Engler erschaffenen Glasfenster gemäss dessen Beschreibung fort.
Das Fenster im Nordschiff
«Im Sommer ist dieses Fenster durch dichtes Laub abgedunkelt. Es war daher nötig, klare Farben vorzusehen. Viel Weiss, ein helles Gelb, ein helles Blau und ein nach grün tendierendes Türkis. «Ich bin das Licht der Welt und wer an mich glaubt, wird das Licht des Lebens empfangen und wird nicht in der Dunkelheit sein.»
Gelb und Weiss sind Farben des Lichts. - Unten Wasser und die Fische. Dem Betrachter gibt dieses Fenster freien Lauf für verschiedene Assoziationen von Ideen: lebendiges Wasser, Taufe, Berufung ("Ich werde euch zu Menschenfischern machen"). Und der Fisch als Symbol Christi: im griechischen Wort "ICHTHUS" sind diese Worte verborgen: Jesus, Christus, Sohn Gottes, Retter.»

Das Fenster im Südschiff
«Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in dem ich wohne, trägt viel Frucht.» Im Gegensatz zum orangefarbenen Glasfenster des Chores dominiert hier Grün und bietet einen bemerkenswerten Farbkontrast. Unten steht in dunklen Tönen das Kreuz, das gleich-zeitig der Stock ist. Die Zweige erheben sich und erstrecken sich über das ganze Buntglasfenster.
Die Früchte in tiefblau, jenem des Glaubens. Gegen oben wird die Farbe heller. Man erkennt die Zeichen des Abendmahls. Eine weisse Scheibe, das vom Himmel kommende Brot, das neue Manna - "Dies ist mein Leib, gebrochen für euch". Rechts der Kelch mit dem Rebensaft - "Dies ist mein Blut, das ich für euch vergossen habe".»
Wenn die Sonne scheint, wird man auf ein unerwartetes Geschenk der Natur aufmerksam. Die Sonnenstrahlen projizieren farbige Reflexe vom südlichen Fenster auf die Wand bei der Kanzel. Daraus entsteht eine mysteriöse Farbenkomposition.

Die vier anderen Fenster
Diese lassen dem weissen Licht freien Lauf. Nur wenige Farbakzente im oberen Bereich bilden die Verbindung zu den drei Glasfenstern. So hat ein Gesamtkonzept realisiert werden können.
Absicht und Hoffnung des Künstlers
Seine Absicht sei es gewesen, schreibt der Künstler, dem gesamten Gottesdienstraum eine Dynamik zu verleihen. Er habe versucht, die Vielseitigkeit von Licht und Farben voll auszuschöpfen, damit alles singe. Er hoffe, dass eine Ausstrahlung von diesen Buntglasfenstern ausgehe und dass diese Arbeit ihren Beitrag zu den Gottesdiensten leiste, einen Beitrag zur Andacht und Freude. Wie der Apostel Paulus es gesagt habe: «Freut euch, ich wiederhole es, freut euch.»

In einem gemeinsamen Gottesdienst mit den Mitgliedern der Eglise française konnten am 2. Dezember 1990 die neuen Glasfenster offiziell der Kirchgemeinde übergeben werden.

Text: Paul Strasser | Foto: Augustin Saleem