St. Gallen Centrum

Ökumenisches Projekt Wiborada 2021

Bild Leitartikel_Zelle Wiborada <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Hildegard&nbsp;Aepli)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sgc.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>6</div><div class='bid' style='display:none;'>270</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>
Die heilige Wiborada von St. Gallen war eine extrem radikale, faszinierende und vor allem eigenständige Frau, deren Geschichte aber wenig bekannt ist.








Sie lebte im 10. Jahrhundert als Inklusin während zehn Jahren eingemauert bei der Kirche St. Mangen in St. Gallen. 1047 wurde sie als erste Frau der Welt offiziell heiliggesprochen. Wiborada wählte die extreme Lebensform als Inklusin selber. Dazu kann kein Mensch gezwungen werden. Sie entwickelte aus ihrer Eingeschlossenheit heraus eine erstaunliche Ausstrahlung, ja ein Gespür für die Nöte der Menschen und genauso für die politischen Zusammenhänge ihrer Zeit.
In dieser Krisenzeit der Pandemie, in der viele Menschen mit Isolation, Quarantäne und Einsamkeit konfrontiert sind, ist der Blick auf Wiborada von St. Gallen eine Ermutigung. Ein ökumenisches Projekt schafft Raum und Gelegenheit, mit der ersten Stadtmutter St. Gallens in Tuchfühlung zu kommen (» www.heilige-wiborada.ch).
Vom 24. April bis am 3. Juli wird im Projekt «Wiborada 2021» eine Zelle an die Kirche St. Mangen angebaut. Zehn Frauen und Männer lassen sich je eine Woche einschliessen. Das Team der Cityseelsorge in St. Gallen organisiert begleitend vielfältige Angebote, an denen einzelne Menschen wie auch Gruppen teilhaben können. Die Website » www.wiborada2021.ch listet alle Veranstaltungen auf. Auftakt des Projekts, am 23. April bildet eine Buchvernissage mit einem Gedichtzyklus zu Wiborada. Neben öffentlichen Online-Vorträgen der HSG sind spezielle Führungen in Zusammenarbeit mit der Stiftsbibliothek, dem Historischen und Völkerkundemuseum und St. Gallen Tourismus geplant. Besuche der Kirche und Krypta in St. Georgen mit sakralen Gegenständen zu Wiborada, eine Schreibwerkstatt, die einen Zugang zum Gebetsschatz der Psalmen ermöglicht und die Einladung, während der gesamten zehn Wochen in der Kirche St. Mangen mit und für Wiborada zu beten und zu singen, begleiten die Projektzeit. Der Kirchenraum in St. Mangen lädt zum Verweilen ein. An zehn Stationen wird die Gottessuche in der Einsamkeit erfahrbar gemacht. Nicht zuletzt können die Menschen aus St. Gallen dabei sein, wenn die Inklusen und Inklusinnen sich einschliessen lassen (samstags 16 Uhr) und wenn sie die Zelle wieder verlassen (samstags 10 Uhr).
Hildegard Aepli, Initiantin des Projektes, Seelsorgerin in der Dompfarrei St. Gallen