St. Gallen Centrum

Sorgende Gemeinschaft - Füreinander da sein!

Foto Leitartikel_MED <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;pxhere)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sgc.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>6</div><div class='bid' style='display:none;'>240</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>
«Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist, …sie muss an den weltlichen Aufgaben des menschlichen Gemeinschaftslebens teilnehmen, nicht herrschend, sondern helfend und dienend.“ Dietrich Bonhoeffer trifft damit den Nerv unserer Zeit. Sein Zitat fordert heraus. Im Anteilnehmen und Dienen liegt der Kirche und jedes Gemeinwesen Stärke und Glaubwürdigkeit.
Spezifisch spricht man heute von «Sorgender Gemeinschaft» abgeleitet vom englischen Fachausdruck «Caring Community». Sie beginnt unkonventionell und geschieht pragmatisch, wenn Menschen aufmerksam und sorgetragend Dienste der Nachbarschaftshilfe tun. Sie gründet nicht einzig aus christlicher Überzeugung, sondern an den Interessen, engagiert und verantwortungsvoll am gesellschaftlichen Leben mitzugestalten. Sorgende Gemeinschaft praktizieren Dorf- und Quartiergemeinschaften teils organisiert vernetzt in Kultur-, Sportvereinen und weiteren Interessengruppen. Sie nehmen damit das Bedürfnis der Nützlich- und Zugehörigkeit auf.
In Zeiten von Corona hat sich dies in Bürgerinitiativen deutlich gezeigt. Man hat gemerkt, dass staatliche und ökonomische Strukturen an ihre Grenzen stossen und teils am Gemeinwohl der Bevölkerung vorbeizielen. Sorgende Gemeinschaft strebt einen Kultur- und Verhaltenswechsel von der Bedien- und Profit- zur Mitverantwortlichkeitsmentalität an. Profit und Sorge sollen sich nicht konkurrenzieren, sondern einander sinnvoll und gleichwertig ergänzen. Nach dem Motto: «Das Eine tun und das Andere nicht lassen». Sorgende Gemeinschaft besitzt zu bestehenden und funktionierenden Angeboten einen subsidiären Ansatz, nämlich die Freiwilligenarbeit über Generationen hinweg zu fördern und die Menschen darin zu befähigen.
Wer auf wohlwollende Art versorgt sein erlebt hat, ist angesteckt und entwickelt selber eine Haltung der Sorge tragen. Wertschätzung und füreinander da sein, sind wichtige Elemente, damit sorgende Gemeinschaft in der Gemeinde gelingt.
Ein Dokument: «Sorgende Gemeinde» der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit der EKD beobachtet und hält fest: «Kirchgemeinden, die sich auf einen Weg der Erneuerung ihrer selbst und ihres Bezuges zum Gemeinwesen begeben, werden an Attraktivität gewinnen und ihre personellen und auch materiellen Ressourcenprobleme lösen».
Daniel Menzi