St. Gallen Centrum

Von der Konfirmation zur Ordination

Foto Leitartikel_SIB<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-sgc.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>6</div><div class='bid' style='display:none;'>227</div><div class='usr' style='display:none;'>4</div>
Als ich mich nach meiner Konfirmation entschloss, Pfarrerin zu werden, habe ich mir nicht träumen lassen, dass es 40 Jahre dauern würde, bis ich meine Ausbildung abschliesse.
Doch verdeutlicht dies, dass der berufliche Werdegang einer Pfarrperson mit einem Reifungsprozess verbunden ist und sich nicht auf das Erreichen von rein intellektuellen Meilensteinen beschränkt.
Die akademische Ausbildung ist weit gefächert. Neben den biblischen Sprachen und den historischen Fächern, die in die Welt der Bibel einführen und die Entwicklung des Christentums beleuchten, beschäftigen sich die systematischen Fächer mit den Grundlagen des Glaubens und ihrer Bedeutung für die christliche Lebensführung. Ergänzend kommt die praktische Theologie dazu, deren Themenfeld immer umfangreicher zu werden scheint: Nicht nur Gottesdienstgestaltung und Religionsunterricht sind hier wichtige Themen. Daneben geht es um Fragen der Kirche in ihrem sozialen, gesellschaftlichen und politischen Umfeld – und nicht zuletzt um die Seelsorge. Die Anforderungen an den Menschen, der einmal den Talar tragen wird, umfassen weit mehr als bloss intellektuelle Kompetenz.
Um diese Kompetenzen zu evaluieren und zu fördern, begleitet die Kirche die Studierenden schon während ihrer universitären Ausbildung. Neben individueller Eignungsabklärung und Kompetenzentwicklung müssen sie ein praktisches Semester absolvieren, in dem sie erste Erfahrungen in den verschiedenen Handlungsfeldern machen. Ich selbst habe mich erst nach diesem Praktikum definitiv für den Pfarrberuf entschieden. Mit dieser studiumsbegleitenden Ausbildung will die Kirche sicherstellen, dass nur Theologen mit der entsprechenden Eignung den Pfarrberuf ergreifen. Wer aber glaubt, mit dem Studienabschluss sei auch der Lernprozess abgeschlossen, der irrt. Nicht umsonst heisst die kirchliche Ausbildung Lernvikariat. Wie andere Berufsschüler gehen auch Vikar*innen parallel zu ihrer Lehre bei einer Pfarrperson mindestens einen Tag pro Woche zur Schule, um das nötige Rüstzeug für ihre zukünftigen Aufgaben zu erhalten. Ich persönlich freue mich schon sehr auf dieses Jahr des Lernens und auf die Erfahrung, die ich dabei sammeln darf. Barbara Signer
Als Lernvikarin wird Dr. Barbara Signer bei mir in St. Georgen vom 1. August 2020 bis zum 31. Juli 2021 ihr Ausbildungsjahr zur Pfarrerin absolvieren. Sie hielt bereits während ihres Studiums seit etlichen Jahren als geschätzte Stellvertreterin Gottesdienste in unserer Gemeinde. Ich bitte Sie, Barbara Signer mit Offenheit, Interesse und Wohlwollen zu begegnen. Mit Ihren positiven Rückmeldungen können Sie sie bestärken. Aus Ihren kritischen Anmerkungen kann sie etwas lernen. Markus Unholz, Pfr.