Ein nicht allzu ernst gemeinter Rückblick aus meiner Mesmerzeit in St.Laurenzen



Text: Annemarie Widmer | Foto: Bea Känel

Seit einiger Zeit geniesse ich das Pensioniertsein. Mit Schmunzeln schaue ich auf ein paar Episoden zurück.
Sonntagmorgen: zügigen Schrittes ging ich auf die Kirche zu. Zusammengekettete Tische und Stühle vom Café Scherrer versperrten den Haupteingang zur Kirche. Waren da wohl „Nachtschwärmer“ am Werk?
Wiederum ein Sonntagmorgen, diesmal versetzte mir ein verriegeltes Baugerüst, das alle drei Haupteingänge verstellte, einen riesen Schreck! Dass am Sonntag die Kirchentüren geöffnet werden, war den Handwerkern wohl nicht bewusst. Dank unserem starken Organisten schafften wir es, zwei der Haupttüren für die Gottesdienstbesucher zu öffnen.
«Gefangen im St.Laurenzen Turm», diese Schlagzeile las ich am Montagmorgen in der Zeitung. Mir stand der Atem still! «Dank Handy von der Polizei und Feuerwehr gerettet», las ich weiter. Die Vierergruppe vergass die Zeit auf dem Turm, trotz Info von mir, dass die Kirche um 16 Uhr schliesst. Damals durfte man noch ohne Begleitung auf den Turm. Die Vergessenen hatten sich köstlich amüsiert.
Beim Betreten der Kirche hörte ich ein kräftiges Schnarchen, das den „Heiligen“ Raum erfüllte. Vorsichtig näherte ich mich der Quelle des Geräusches. Auf einer Kirchenbank lag ein Mann und schlief selig. Ich weckte ihn, er schaute mich konsterniert an und verschwand eilends aus der Kirche!
Und zu guter Letzt: Haben Sie schon mal ein Konzert im Dunkeln gehört? Zitat aus dem Tagblatt: «Musik im und aus dem Dunkeln gewinnt eine besondere Qualität, lässt den Klang weit stärker hervortreten, als in einem lichterfüllten Raum». Zitat Ende. Wie kam es dazu? Die Kirche füllte sich für das Konzert der Kantonsschule. Kurz vor dem Auftritt des Chores gab es einen Platzregen und durchnässte die 200 Sängerinnen und Sänger, die draussen vor der Kirche auf ihren Einsatz warteten. Das Konzert begann und in der Kirche fing es an zu dampfen. Dann - ein Kurzschluss und die Deckenlampen gingen aus, nur noch die Notbeleuchtung brannte.  Dunkelheit breitete sich aus. Zu meinem Erstaunen liess der Dirigent weitersingen und musizieren, als ob nichts passiert wäre! Mit riesigem Applaus und stampfenden Füssen honorierte das Publikum diese aussergewöhnliche Leistung.