Hospiz-Dienst: Weil Sterben zum Leben gehört



Text: Lisa Tralci-Eberhard / Foto: Film "Being There", Th. Lüchinger

Heute wird gerne von der so genannten Kommunikationsgesellschaft gesprochen. Sie ist es vielleicht auch, mindestens auf der Ebene der dazu eingesetzten elektronischen Geräte. Irgendwann werden wir nicht mehr in der Lage sein, über diese Kanäle mit anderen Menschen in Verbindung zu treten. Wir sind dann darauf angewiesen,, dass jemand zu uns kommt, unsere Bedürfnisse erkennt und nach Möglichkeit erfüllt.
Im fortgeschrittenen Alter – aber nicht nur – verlassen uns viele der Fähigkeiten, die uns durchs Leben begleitet haben und dank denen wir uns auch bis zu einem gewissen Punkt sicher fühlten.  Viele Menschen sind auf Unterstützung und Pflege angewiesen. Pflegerische und medizinische Fachkräfte gehören ebenso zum Versorgungsnetz wie die Seelsorgenden oder die Freiwilligen des Hospiz-Dienstes.
Freiwillige sind für Schwerkranke und Sterbende da: sie hören zu, lesen vor, tragen eine Leidsituation mit; sie singen oder beten, schweigen oder lachen. Pflegerische Aufgaben gehören nicht zum Auftrag der Freiwilligen, bei Begleitungen im häuslichen Bereich können kleine Handreichungen notwendig sein. In jedem Fall geht es um die Wünsche und Bedürfnisse der zu begleitenden Menschen und ihren Zugehörigen. Diese werden durch die Anwesenheit von unentgeltlichen Freiwilligen entlastet. Wir stellen fest, dass Menschen zunehmend wenige bis keine Angehörige haben oder aus verschiedenen Gründen kaum Kontakt zu Familienangehörigen. In solchen Fällen können die Besuche von Freiwilligen zum Lichtblick werden. Zumal die Begleitenden über einen Zeitvorrat verfügen, der sonst oft fehlt.
Der Hospiz-Dienst arbeitet eng mit allen anderen Palliative-Care-Diensten zusammen und ist beispielsweise täglich auf der Palliativstation des Kantonsspitals. Ebenso wird das geplante stationäre Hospiz ab 2018 auf unsere Unterstützung zählen können.
Unsere Dienstleistung kann in allen Institutionen oder bei den Menschen daheim erbracht werden. Unser Einzugsgebiet umfasst die Stadt St. Gallen, Teufen als Partnergemeinde sowie einzelne umliegende Gemeinden.
Der Hospiz-Dienst feiert dieses Jahr sein 15-jähriges Jubiläum. Aus den mutigen Anfängen ist eine Organisation mit rund 60 Freiwilligen entstanden, welche im letzten Jahr 3400 Einsatzstunden geleistet haben. 

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