Aktuelles

19.10.2017 Tageslager für Kinder, die gerne singen

19.10.2017 10:00

In der dritten Herbstferienwoche findet wieder das dreitägige Tageslager der „Kinder- und...[mehr]


17.09.2017 Interreligiöse Feier zum eidgenössischen Bettag auf dem Klosterplatz

17.09.2017 15:00 Klosterplatz

Die  Feier steht unter dem Motto „Ich höre Dein Gebet – aus zuhören wächst Respekt“ und betont...[mehr]


01.09.2017 Riethüslitreff – Der Tag der offenen Türe

Text: Elisabeth Weber / Foto: Barbara Stump Im Rahmen des Jahresthemas «offene Türen» haben der...[mehr]


05.04.2016 Zeit zu verschenken!

Zehn Tandems sind in unserer Kirchgemeinde regelmässig miteinander unterwegs: für gemeinsame...[mehr]


Aus der Gemeinde

Auf dem St. Jakobsweg: Pilgern, was ist das?

Text und Foto: Hansruedi Felix, Pfarrer

Ich bin ja immer noch ein Greenhorn, und in Santiago de Compostela war ich noch nie. Und doch habe ich mir den Pilger-Virus eingefangen. Pilgern ist nämlich wie ein ansteckender Bazillus. Wer mal damit begonnen hat, kommt kaum mehr davon los.
Gestartet bin ich vor drei Jahren in Le Puy; jedes Jahr dann 7 bis 10 Tage Richtung Santiago weiter. Aber Santiago war nie im Horizont. Nicht mal der Tag jetzt grad, die 30 Kilometer. Besser nicht in den Horizont nehmen. Sonst wird man müde und ist gestresst und wird ungeduldig.
Beim Pilgern lernt man und muss man lernen: Nur gerade: Jetzt. Dieser Augenblick. Jetzt. Atem holen, Blasen spüren oder Muskelkater oder Rückenschmerzen. Alles nicht wichtig. Einfach ausatmen mehr nicht. Während diesen Tagen mehr und mehr in der Gegenwart ankommen. Im Jetzt. In gerade eben diesem Augenblick – und alles andere mehr und mehr auf der Seite lassen. Pilgern ist für mich Meditationstechnik pur und lustvoll.
Was ich sonst Jahr für Jahr im Zendo beim Seshin (Zen-Buddhismus) erlebt und gestaltet habe, das gestalte ich nun in Gottes freier und weiter Welt.
Was das denn mit Glaube oder Spiritualität zu tun habe? Ganz viel natürlich. Ich komme in ein inneres Beten hinein. «Herr Jesus Christ, erbarm dich meiner», mein Herzensgebet begleitet mich sehr oft; in Freude aber auch als Trost, denn Pilgern fordert heraus. Es gibt sonnige und schöne und schmerzfreie Tage. Es gibt aber auch alles andere: «Herr Jesus Christ…».
Oder manchmal ist es nur gerade Sein. Einfach Sein. Schritt um Schritt. Atemzug um Atemzug. Ein Schritt nach dem Andern. Sein im jetzigen Moment. Im Augenblick. Auch das ist für mich beten. Anwesend sein.
Und dann noch: Das könnte man ja bei jeder Wanderung machen. Wieso den Pilgerweg? Ja kann jeder Mann, jede Frau. Bewusst und mit sich und im Augenblick unterwegs sein. Der Jakobsweg ist aber mehr. Ein morphisches Feld (Rupert Sheldrake) ist es für mich: Ich nehme Anteil an dem was hunderte von Jahren Menschen auf diesen Weg geführt hat, ihre Nöte, ihre Sorgen und ihre Freuden. Und mitten in diesem Reichtum darf ich selber unterwegs sein und mein Eigenes mit dazu fügen in den Reichtum dieses Weges hinein. Was für ein Geschenk! Leben und Glauben, nahe verbunden.