Aktuelles

15. 9. 2014 Ökumenische Bildungsreihe St. Georgen: Ausharren oder neue Wege gehen?

Soll und kann es bleiben, wie es ist? Oder will und muss ich Veränderungen wagen? Das sind Fragen,...

Rubrik: Gemeinde Aktuell

15. 9. 2014 "Berner Berge beleben!" Gemeindeferien an der Lenk vom 23. - 29. August 2014

Eine bunt gemischte Truppe, 27 an der Zahl, traf sich am Samstagmorgen zur Reise mit der Südostbahn...

Rubrik: Gemeinde Aktuell

26. 8. 2014 Die „Kinder- und Jugendkantorei St.Gallen C“

„Rote Rosen“ – die Kinder verteilen die Silben so auf die Töne eines Dreiklangs, dass das „o“ auf...

Rubrik: Gemeinde Aktuell

25. 8. 2014 Stellenausschreibung

Rubrik: Gemeinde Aktuell

22. 7. 2014 Abschied und Dank

 

Ursula Eigenmann wurde an der Kirchgemeindeversammlung vom 29. April 2007 in die...

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Aus der Gemeinde

Schlicht und schön: Die Chapelle du Rosaire von Henri Matisse in Vence (F)

Eine reiche Zeit – mein Studienurlaub

Tiefe und Vielfalt

Im Zug einen spannenden Text zur Hand zu nehmen, darin ungestört zu lesen, von St.Gallen bis Bern, einen Kaffee vor mir, zwischendurch den Blick über die Frühlingslandschaft schweifen zu lassen: das habe ich in meinem Studienurlaub besonders geschätzt. Ich konnte in die Tiefe gehen und länger an einem Thema dran bleiben als im Pfarramtsalltag. Für vier Monate, von Mitte Februar bis Mitte Juni, machte ich einen Schritt zurück. Ich hatte Raum zum Nachdenken im Austausch.

Wieder Student sein

An verschiedenen Lehrveranstaltungen an den Universitäten von Zürich und Bern nahm ich teil. In der Theologie hat man nie ausgelernt. Als wegleitend erwiesen sich die Fragen: Wie lassen sich Gott und Welt miteinander in Beziehung glauben, denken, erfahren? Und wie lassen sich Brücken schlagen zwischen Glaubenszeugnissen aus früheren Zeiten und den Fragen, Zumutungen und Möglichkeiten von heute? Dadurch ist die theologische Arbeit des Verstehens und Interpretierens herausgefordert.

Im Seminar „Mystik und Literatur“ ging es um die Möglichkeiten und Grenzen, wenn wir das Unsagbare mit der Sprache ausdrücken wollen. Ein Text, der mich dabei besonders bewegte, war das Tagebuch einer jungen holländischen Jüdin aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, Etty Hillesum: „Es genügt nicht, nur von dir zu predigen, mein Gott. Man muss dich in den Herzen der anderen erst aufspüren. Man muss den Weg zu dir im anderen freilegen, mein Gott, und dazu muss man das menschliche Gemüt genau kennen. (…) Man muss sie täglich bekämpfen wie Flöhe, die vielen kleinen Sorgen um die kommenden Tage, die an den besten Kräften im Menschen nagen. (…) Das Leben ist etwas Herrliches und Grosses, wir müssen später eine ganz neue Welt aufbauen – und jedem weiteren Verbrechen, jeder weiteren Grausamkeit müssen wir ein weiteres Stück Liebe und Güte gegenüberstellen, das wir in uns selbst erobern müssen.“

Das Seminar „Theologie der Schöpfung“ befasste sich u.a. damit, Schöpfung und moderne Wissenschaften in einen Dialog zu bringen. Jede der beiden Seiten soll dabei ihr Eigenes beisteuern können.

Im Seminar „Jugendliche als Thema der Religionspädagogik“ fragten wir uns: Wie können Jugendliche heute, etwa im Konfirmandenunterricht, in den für sie zentralen Lebensbereichen Zukunft, Lebenssinn und Gerechtigkeit abgeholt werden? Mit welchen theologischen Impulsen können wir Unterrichtende darauf eingehen?

Starke Bilder

Bilder, die den Glauben  in seiner Weite und Geheimnishaftigkeit umspielen, können einen als Betrachter berühren. Das erlebte ich im Weiterbildungskurs „Moderne Kunst und Religion“. In Nizza und Umgebung besuchten wir Museen und Kapellen mit Werken von Chagall, Picasso, Matisse und Léger.

Dankbar für die gewonnenen Einblicke und Einsichten bin ich zurückgekehrt ins Pfarramt. Ich freue mich, das eine und andere in die Arbeit hier einfliessen zu lassen.

Markus Unholz, Pfr.